Filesharing – Die frühen Jahre

Ich weiß gar nicht, was die damals gemacht haben. Ohne Internet konnte man ja nicht mal die neuesten Serien schauen.

Sagte jemand kürzlich in einem Gespräch. Da ist schon richtig, dann aber auch wieder nicht. Wir mussten uns nur mehr Mühe geben, um an die Serie dran zu kommen. Das Gespräch hatte ich schon fast wieder vergessen und dann fiel mir das hier in die Hand…

Das ist eine Videocassette

Eine der besten Star Trek – Next Generation Doppelfolgen, die ich lange vor der Ausstrahlung im Fernsehen gesehen habe. Das Tape habe ich aus Nostalgie behalten, aber der Fund ist a stroll down the memory lane wert.

Und das war damals so:

Anfang der 90er. Das Star Trek Fandom ist schwer gespalten zwischen Classic-Fans und einer neuen Gattung, die langsam Gefallen an Picard und Co fanden. Das deutsche Fernsehen tat sich sehr schwer mit der Ausstrahlung. Das ZDF hatte zwar die Rechte gekauft, aber sehr stiefmütterlich behandelt und so versank die Serie schnell in der Versenkung (was SAT1 später zu seinem Vorteil nutzte). Man wollte die Serie in Deutschland aber trotzdem sehen, nur wie ohne Internet und Pirate Bay? Aufzeichnung ging nur mit Videorecorder, der Standard war zwar VHS aber in Amerika wurde das NTSC-Verfahren genutzt, während Deutschland auf PAL setze. Sprich: Ein deutscher Videorekorder konnte keine US-Cassetten abspielen.
Es gab zwar Videorekorder die beides beherrschten oder auch Wandler, aber beide waren utopisch teuer und nicht für den Privatkunden gedacht. Daraus entstand ein Prozess, den wahrscheinlich nur Fans mit genügend Sturheit hinbekommen.
Schon damals war man international vernetzt, aber eben über Briefe statt Emails. In den USA wurde die Sendungen aufgenommen und das Tape dann per Post an einen Truppenstandort in Deutschland geschickt. Das hatte den großen Vorteil, dass die Post sehr schnell abgewickelt wurde, kein Zoll ins Spiel kam und das Porto verschwindend klein war. Unter den hier stationierten US-Soldaten gab es genügend Fans, die auch gerne mal auf einem deutschen Stammtisch auftauchten, so dass ein reger Austausch begann.
Das Tape wurde dann zu einem Fan gebracht, der einen NTSC-Videorekorder besaß. Der konnte das Band immerhin schon abspielen, aber eben nicht wandeln. Mit einem einfachen Hack entstand dann die kompatible Version: Der Fernseher wurde einfach mit einer PAL-Videokamera abgefilmt, das PAL-Tape dann vervielfältigt und verteilt. Die Qualität.. nun ja, sie war in etwa so wie die heutigen Piratenufnahmen aus dem Kino. Nur schlechter unschärfer, verwaschener mit vielen Nebengeräuschen. Besonders liebenswert war immer die Spiegelung des “Kameramanns” in der Bildröhre, der bei seiner Tätigkeit gerne mal ein Bier trank. Natürlich hörte man auch den Postboten klingeln oder sah den Hund durch das Wohnzimmer laufen.

Super mies, aber hey! Wir konnten die Folgen sehen, lange bevor ein deutscher TV-Mensch auch nur an die Rechte dachte!

Der positive Nebeneffekt: Eine ganze Generation an Fans lernte Englisch mit Picard.
Der negative Nebeneffekt: Es fiel das erste Mal so richtig auf, wie mies Synchronisationen sind.

Fußballmisanthropie

Ausgelöst wurde dieser Text durch den tollen Artikel von Das Nuf, die darüber sinniert, warum sie Fußball hasst und einer Diskussion auf Facebook, die den Titel zu diesem Text brachte.

In einem Punkt stimme ich dem Nuf zu: Ich finde Fußball sehr langweilig, wie ich eigentlich jedem beim Sport zuzuschauen langweilig finde. Bei Fußball finde ich aber auch schon das Spiel an sich sehr langweilig. Aber reicht das zum Hass? Schliesslich finde ich sehr viel Dinge ziemlich langweilig, aber deswegen hasse ich sie nicht. Gut man wird selten mit euphorischen Fans in eine Unterhaltung über trocknende Wandfarbe gezwungen, im Gegensatz zu Fußballfans, aber das alleine kann nicht der Grund sein. Die anderen Gründe, die Nuf persönlich für sich erkannt hat, sind für mich schon total egal. Sollen sie doch machen was sie wollen, singen, hüpfen, tanzen… aber bitte mich außen vor lassen.

Trotzdem spüre ich diese innere Unruhe über etwas, was mir eigentlich völlig egal sein sollte und eine gewisse Liebe, mich darüber lustig zu machen. Nur warum?

Meine These geht (für meine persönliche Lebensgeschichte) weiter, es ist ein vor langer Zeit geschaffenes Feindbild. Wer als Kind/Jugendlicher Nerd war, hatte genau dieses Feindbild: Fußball und die Menschen, die damit zu tun haben.
Ich rede jetzt von “echten” Nerds, die in der Schule deswegen gemobbt wurden und nicht die Hipp-Nerds, die trotzdem zu jeder Party eingeladen wurden.
Wer in der Schule lieber Comics las oder Schaltkreise lötete war direkt ein Außenseiter und wurde gerne auch mal härter angegangen. Die “Täter”: Zu 95% die gleichen Leute, die man auch beim Kicken auf dem Schulhof sehen konnte oder mit Fanschal in der Schulbank saßen. Beim Schulsport kassierte man dann auch gerne mal ein böses Foul und die “Fans” konnte sich glänzend über den schmerzerfüllten Depp am Boden lustig machen. Fand man Fußball dann auch noch langweilig, war man gleich doppelt interessant für diese Spiele. Dagegen zu argumentieren war unmöglich, da die Diskussion relativ schnell ins “Auf’s Maul” endete.
Man lernte also schnell: Alles was mit Fußball zu tun hat, bringt Nachteile für mich – also vermeide ich das und habe keine hohe Meinung darüber.

Irgendwann wurde man dann erwachsen (oder zumindest älter), nur der Reflex blieb. Dafür wurde die Situation aber ausgeglichener. Der Nerd von damals kann immer noch mit Worten umgehen, muss sich aber nicht mehr davor fürchten in der nächsten Schulpause Bekanntschaft mit dem Mülleimer zu machen.
Es ist im Prinzip eine sehr späte “Rache” für die Vergangenheit.

Kindisch? Sicherlich.

Ich ärgere mich auch ein wenig darüber, dass das Thema nicht komplett egal ist – wie eben die trocknende Wandfarbe. Vielleicht komme ich aber noch dahin. Bis dahin kann ich nur den gleichen Rat geben mit dem Spott umzugehen, den ich immer bekomme, weil mich die Fußballmeldungen nerven: Es ist nur alle x-Jahre, das geht auch wieder rum.

Vor 25 Jahren – Literaturgeschichten

Frühjahr 1989: Bei Goldmann erscheint Dragons of Autumn Twilight von Margaret Weis und Tracy Hickman unter dem Titel Drachenzwielicht .

Trotz extrem mieser Aufmachung, das Buch fiel schon im Regal des Händlers auseinander und das Coverbild war mit der Schere zugeschnitten, kaufe ich das Buch, weil es das neue “große Ding” aus der AD&D-Welt ist. Die Handlung fesselt mich sofort, ich bin aber verblüfft, dass der Roman mitten in der Handlung endet. Kein Problem, denn Band 2 soll bald folgen und Drachenjäger heißen.

Voller Vorfreude suche ich das kleine klapprige Drehregal im Buchladen ab. Da wo die fantastische Literatur steht, kurz vor der Treppe in den Keller und es kaum Licht gibt. Nicht da. Nachfrage beim Buchhändler. “Nein, gibt es nicht.”

Also gehe ich zum nächsten Buchladen. Das gleiche Spiel, sogar das gleiche Drehregal mit gepressten  und zerknickten Büchern.

Buchladen drei bemüht sich in das VLB zu schauen und stellt fest: “Oh, gibt es ja doch.” Ein paar Tage später halte ich das Buch in den Händen, schlage die ersten Seiten auf und lese “Titel der Originalausgabe: Dragons of Autumn Twilight” ?? Schon wieder?!  Die Handlung wird aber da fortgeführt, wo die von Band I endete. Das Cover ist wieder mit der Schere zugeschnitten und sieht tatsächlich so aus, als sei es nur die andere Hälfte des Covers von Band I.

Meine Neugier ist geweckt und ich rufe einen Freund an, der gerade in London studiert, er solle mal bitte nach dem Buch schauen. Ein paar Tage später die Rückmeldung: Das ist nur ein Buch und von meiner Beschreibung her, hätte man dasOriginal-Cover einfach zerschnitten. Aber der Buchladen, wo er das geprüft hätte, sei total super und die würden auch nach Deutschland versenden. Da seien nur Leute mit Sachverstand und der Laden hätte den Namen “Fobidden Planet“. Sie würden mir jetzt auch einen Katalog zuschicken.

Der erste Katalog erreichte mich und ich war wie erschlagen von der Auswahl an fantastischen Büchern. Tolle Cover und keine barbrüstigen Amazonen in Bonbon-Design (zu dieser Zeit war ein großer Teil der deutschen Cover von Boris Vallejo) und es gab ganze Bücher! Keine zerstückelten Verbrechen.
Bestellung dort ging aber leider nur mit Kreditkarte. Aber ich wollte dort bestellen, unbedingt! Die nahmen mich als Kunden ernst. Am gleichen Tag ging ich zur Sparkasse und besorgte mir eine Kreditkarte, ein mühseliger Prozess zu der Zeit, aber irgendwann hatte ich sie.

Das war dann auch der Tag, an dem mich der deutsche Buchhandel als Kunde verloren hat.

 

Nachtrag: Mir ist bewusst, dass deutsche Übersetzungen länger sind als das Original und es daher zu Problemen beim Seitenumfang und der Bindung kommen kann. Bei Dragonlance wurde diese kritische Grenze aber nie erreicht.

2013

Zugenommen oder abgenommen? Weder noch. Innerhalb normaler Parameter.

Haare länger oder kürzer?  1mm, wie immer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Weniger kurzsichtig, dafür mehr weitsichtig = Meine extreme kurzsichtige Maulwurfsblindheit wird langsam besser.

Mehr bewegt oder weniger? Rückblickend, zu wenig.

Mehr ausgegeben oder weniger? Eher weniger.

Der hirnrissigste Plan? Leider keiner so wirklich, das muss sich 2014 ändern.

Die gefährlichste Unternehmung? Siehe oben.

Die teuerste Anschaffung? Eine Außenanlage um das Haus bauen lassen.

Das leckerste Essen? Old Hansa, Talinn – wegen des Gesamtkonzeptes.

Das beeindruckenste Buch? S. von Abrams & Dorst.

Der ergreifendste Film? “Ergreifend” fand ich gar keinen. Pacific Rim hat mir viel Spaß gemacht. Insgesamt habe ich aber deutlich mehr Serie als Filme geschaut.

Die beste CD? Robbie Williams – Swing Both Ways / VNV  Nation – Transnational

Das schönste Konzert? Dead can Dance – Gelsenkirchen

Die meiste Zeit verbracht mit…? der angenehmsten Gesellschaft. Mir.

Die schönste Zeit verbracht damit…? Freunden, Ideen, Träumen.

Vorherrschendes Gefühl 2013? Irgendwo klemmt es.

2013 zum ersten Mal getan? Einen Literaturpreis gewonnen.

2013 nach langer Zeit wieder getan?  Den Rasen gemäht.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Manager, Trolle, “Künstler”.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Man muss nicht alles hinnehmen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Ein Sekt im Pappbecher, nachdem ich von der Bühne der BuCon gestiegen war.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? Das war verdient.

2013 war mit 1 Wort…? Seltsam.

Besser als Star Trek V

Wir schreiben das Jahr 1991, als Spezialeffekte noch Handarbeit und vor grünen Wänden statt fanden. Universal kam auf die großartige Idee zusammen mit Paramount in ihrem Park eine vorgefilmte Star Trek Episode für die Fans aus aller Welt anzubieten. So durften sich kostümieren, bekamen ihre Sätze und wurden dann in den Film kopiert. Das Ergebnis konnte man dann als VHS-Band nach Hause nehmen. Wired hat diese Schätze ausgegraben und noch viel besser: Die User auf Metafiler erinnern sich an ihren großen Auftritt.

 

 

National Novel Writing Month 2013

2013-Participant-Facebook-Cover

Der NaNoWriMo steht wieder vor der Tür. Innerhalb eines Monats soll eine Geschichte mit 50.000 Worten geschrieben werden. Das sind 1667 Worte am Tag. Klingt gar nicht sooo viel, aber die Zahl hat es auch in sich. Nur ein Wochenende verpasst und schon liegt die Hürde deutlich höher. Dennoch ist es eine Herausforderung, die nicht nur zu schaffen ist (und auch tolle Ergebnisse gebracht hat), sondern auch noch immens viel Spaß bringt. Auch ich werde dieses Jahr wieder dabei sein, allerdings nicht um in der Zeit einen Roman durchzuziehen, sondern als Prokastinationshemmer für meinen neues Buch “Neues aus Neuschwabenland”.

Besonders viel Spaß (und den nötigen Druck) bekommt man durch die Writing Buddies, mich wird Fynoth hoffentlich heftig treten, wenn ich so sinnlose Dinge wie Essen oder Sport machen will.

The game is afoot!

Fantasy-Kurzfilm Kin

Der erste Film aus der Serie Kin Fables, die weiteren sollen Salvage, Her & The River und Requiem heißen. Wunderschöne Bilder:

Da muss ich eine neue Kategorie aufmachen

Samstag. Telefonumfrage der Uni Mannheim zur Wahl.

Frager: Welche Themen sind Ihnen aktuell wichtig, außerhalb den bekannten Themen wie Arbeitslosigkeit, Euro etc?

Ich: Der ganze Komplex Datenschutz, Überwachung, Bürgerrechte.

(Pause)

Frager: Moment, da muss ich eine neue Kategorie aufmachen. Das hat noch keiner geantwortet.

q.e.d